Zuletzt aktualisiert: 11.09.2026

Website mit KI erstellen: Was du vorher wissen solltest

Eine Website mit KI erstellen – das geht inzwischen tatsächlich und zwar schneller als du vielleicht denkst. Ob du damit eine fertige Unternehmenswebsite in der Hand hältst, ist eine andere Frage.

Als ich zum ersten Mal in einem YouTube-Video gesehen habe, wie eine Website mit KI erstellt wurde, war ich durchaus beeindruckt. Zwei Minuten, ein paar Angaben zum Unternehmen, damit kurz die KI gefüttert und schon steht die Website mit Startseite, Leistungen, Bildern und Kontaktbereich.

Das hat mich neugierig gemacht, es selbst auszuprobieren. Mein Ergebnis? Differenzierter als die meisten Videos es vermuten lassen. Denn ein wichtiger Unterschied wird dabei gerne übersehen: Erstellt bedeutet nicht automatisch durchdacht, geprüft und passend für dein Unternehmen.

Wobei dich die KI unterstützen kann und wo es (noch) Hürden gibt, damit deine Website nicht als KI-Einheitsbrei verkommt oder wo Grenzen liegen, sortiere ich in diesem Beitrag durch mit meinen eigenen Testergebnissen im Gepäck.

Das Wichtigste in Kürze

KI kann innerhalb weniger Minuten einen ersten Website-Entwurf mit Texten, Bildern und Gestaltungsvorschlägen erstellen.

Damit daraus eine individuelle Unternehmenswebsite wird, braucht die KI genaue Vorgaben zu Angebot, Zielgruppe, Positionierung, Markensprache und Design.

Ob Baukastensystem, generierter Code oder KI-Unterstützung in WordPress: Der gewählte Weg beeinflusst, wie unabhängig, erweiterbar und einfach zu pflegen die Website später ist.

Die KI kann Arbeitsschritte beschleunigen. Die Verantwortung für eine funktionierende und langfristig nutzbare Website übernimmt sie jedoch nicht.

Website mit KI in wenigen Minuten erstellen: Geht das wirklich?

Ja, ein erster Website-Entwurf kann tatsächlich innerhalb weniger Minuten entstehen. Eine fertig durchdachte Unternehmenswebsite ist das allerdings noch nicht.

Das war die Ausgangslage: In den oben genannten Videos wurde je nach Werkzeug bereits eine ganze Website oder zumindest eine Startseite mit mehreren Inhaltsbereichen ausgespuckt. Die KI lieferte erste Texte, Überschriften und Handlungsaufforderungen und gab Vorschläge für Farben, Schriften und Bilder.

Die Ausgabe war ein bearbeitbarer Entwurf im jeweiligen System oder ein generierter Website-Code.

Mein Versuch war eine Startseite mit mehreren Abschnitten und ich bin zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Bis aus meinen Eingaben ein halbwegs passender Entwurf entstand, brauchte ich allerdings mehrere Anläufe – klar länger als die wenigen Minuten, die solche Demos gerne vermuten lassen. Aber mit Übung wird das vermutlich auch schneller gehen.

Würde ich eine so generierte Website an einen Kunden ausliefern?

Nein, nicht ohne gründliche Bearbeitung und Prüfung. Als Inspiration und Einstieg kann ein solcher Entwurf – und als genau als das sehe ich das maximal – aber durchaus hilfreich sein. Du sitzt wenigstens nicht vor einer leeren Seite und kannst damit weiterarbeiten.

Um aber eine wirklich auf dein Business zugeschnittene Website zu erhalten, braucht es ein deutlich differenzierteres Briefing zu Angeboten, Markensprache, Branding und Zielgruppe. Kurz: zu allem, was dein Business von anderen unterscheidet.

Optisch lieferten die Ausgaben bei mir und auch bei den Tests anderer Kollegen einen standardisierten Aufbau mit wenig Bezug zur Marke.

Und ich habe festgestellt: Die KI liebt Kästen. Kästen für Leistungen, Kästen für Vorteile, Kästen für den nächsten Inhalt. Ja, das ist hübsch ordentlich – macht eine Website aber noch nicht unverwechselbar. Woher soll auch die Individualität kommen, wenn sie in den Vorgaben nicht bereits mitgegeben wird?

Was die Inhalte anbelangt, sieht es ähnlich aus. Ohne mehr Input bleiben die Texte allgemein und wenig überzeugend. Sie müssen fachlich geprüft (wie generell beim Arbeiten mit ChatGPT, Claude & Co), an das Angebot angepasst und vor allem in eine passende Markensprache gebracht werden.

Was mich am Ende aber mehr beschäftigt als Optik und Texte: Verstehen Besucher sofort, was hier angeboten wird? Finden sie, was sie für den nächsten Schritt brauchen? Das ist Nutzerführung. Und die entscheidet über Erfolg oder Misserfolg einer Website.

Es hilft also nichts: An einer gründlichen Vorbereitung und einem sehr ausführlichem Briefing geht kein Weg vorbei, um der KI etwas an die Hand zu geben. Sie braucht konkrete, individuell abgestimmte Angaben zu Angebot, Zielgruppe, Positionierung, Inhalten und Gestaltung. Und anschließend jemanden, der ihre Vorschläge fachlich bewertet, sinnvoll zusammensetzt und sorgfältig prüft.

Welche Wege zur KI-Website gibt es?

Es gibt im Wesentlichen drei Wege zur KI-generierten Website:
  • KI innerhalb eines Website-Baukastens
    Die Website entsteht im System eines Anbieters wie z. B. Wix ADI, Squarespace AI, Framer AI und wird dort bearbeitet und betrieben.
  • KI erzeugt den kompletten Website-Code
    Es entstehen Dateien oder ein Softwareprojekt, das auf einer passenden Hostingumgebung veröffentlicht wird.
  • KI unterstützt die Erstellung in einem CMS wie WordPress eventuell in Kombination mit einem Websitebuilder wie Divi oder Elementor
    Die Website wird in einem System zur Inhaltsverwaltung aufgebaut. KI hilft beispielsweise bei Texten, Layouts oder Code.

Welcher Weg sinnvoll ist, entscheidet sich nicht allein daran, wie schnell die erste Version entsteht. Ebenso wichtig ist, wie unabhängig, erweiterbar und leicht zu pflegen die Website anschließend ist.

Alle drei haben ihre Vor- und Nachteile, wobei ein Nachteil bei der Verwendung eines Baukastensystems weniger an der KI als an dem Baukastensystem liegt, an das man gebunden ist. Was diese Anbieterbindung für deine Website bedeutet, erkläre ich ausführlicher in meinem Artikel „Website erstellen: WordPress oder Baukasten-System„.

Wie funktionieren Pflege, Zusammenarbeit und Wartung danach?

Eine Website zu erstellen ist eine Sache, eine andere aber die Pflege beziehungsweise Wartung. Sie muss im Alltag einfach funktionieren: Inhalte werden geändert, neue Angebote kommen hinzu, mehrere Personen arbeiten daran und technische Probleme müssen behoben werden können.

Wenn dir die KI den kompletten Website-Code liefert, dann ist nicht automatisch eine komfortable Bearbeitungsoberfläche enthalten. Für eine kleine statische Website, deren Inhalte sich kaum ändern, kann das durchaus ausreichen.

Es kann aber insbesondere dann zum Knackpunkt werden, sobald Inhalte regelmäßig gepflegt werden müssen, ihr im Team an der Website arbeitet oder zusätzliche Funktionen hinzukommen. Dann braucht es ein durchdachtes Redaktions- und Wartungskonzept.

Wie weit ist die KI-Unterstützung in WordPress?

Für viele Unternehmenswebsites sehe ich besonders viel Potenzial darin, KI direkt innerhalb eines Content-Management-Systems wie WordPress einzusetzen. Inhalte bleiben dort grundsätzlich über eine vertraute Bearbeitungsoberfläche zugänglich, während KI einzelne Arbeitsschritte übernimmt. Wobei ich auch da so meine eigenen Erfahrungen gemacht habe: Ausgereift, geschweige denn intuitiv, ist das noch nicht.

Meine Versuche, beispielsweise die Divi AI zu überzeugen, dass sie aus einem gegebenen Text eine Sektion innerhalb des gegebenen Designsystems und Presets baut, sind kläglich gescheitert. Das Ergebnis war schlicht nicht brauchbar. Einmal ist sogar Text von irgendwoher dazu geschrieben worden, völlig zusammenhanglos zum umgebenden Kontext.

Abgesehen davon solltest du je nach gewähltem Tool darüber nachdenken, dass mit diesem Tool in diesem Rahmen eventuell personenbezogene Daten auf Servern verarbeitet werden, die außerhalb der EU liegen: Da klingelt die Datenschutzglocke (siehe dazu Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), Art. 44–49)

Ein anderer Versuch in der Konstellation „Divi – Novamira – ClaudeCode“ war dagegen vom Ergebnis her schon vielversprechender. Novamira stellt dabei die Verbindung zu WordPress her, so dass Claude Aufgaben innerhalb der Website ausführen kann.

Aufgabe war, auf einer neuen Seite aus der Bibliothek eine Hero-Section zu kopieren und sie mit meinem Text zu bestücken. Das hat zwar ein ganzes Weilchen gedauert, ist aber zufriedenstellend erledigt worden.

Auch konnte ich in dieser Konstellation eigene Inhaltstypen anlegen, wie beispielsweise Veranstaltungen, die immer nach dem gleichen Schema erfasst werden und noch einige andere Aufgaben in WordPress. Das ist in dieser Form ein mächtiges Tool und kann eine Website im worst case durchaus schrotten.

Was kann passieren? Es können Seiten oder Inhalte überschrieben werden, Einstellungen unerwünscht verändert werden, Code kann Fehler oder Sicherheitslücken enthalten, um einige Beispiele zu nennen.

Also nichts für jedermanns Hände: Wer einer KI direkten Zugriff auf WordPress gibt, sollte ihre Berechtigungen kennen.

Gerade wenn die KI in diesem Bereich eingesetzt wird, sollte man sich vorher Gedanken darum machen, wie Ergebnisse kontrolliert werden. Und insbesondere auch darum, wie Fehler wieder bereinigt werden können. Eine funktionierende Sicherung und eine Testumgebung sind ein Muss. Die Verantwortung für eine funktionierende Website lässt sich nicht einfach an die KI weiterreichen.

Fazit: KI beschleunigt den Start – fertig ist die Website damit noch nicht

Eine Website mit KI in wenigen Minuten zu erstellen, ist inzwischen durchaus möglich. Was dabei entsteht, ist jedoch zunächst ein Entwurf: Mal echt brauchbar, mal ziemlich austauschbar und oft genug auch schlicht fehlerhaft.

Wie gut daraus eine Unternehmenswebsite wird, hängt weiterhin von der Vorbereitung ab. Die KI braucht konkrete Informationen zu Angebot, Zielgruppe, Positionierung, Markensprache und Gestaltung. Auch Entscheidungen über Inhalte, Nutzerführung und den sinnvollen Aufbau nimmt sie einem nicht verlässlich ab.

Ebenso wichtig ist der Blick auf die Zeit nach der Erstellung. Lässt sich die Website einfach pflegen und erweitern? Können mehrere Personen daran arbeiten? Bleibt sie unabhängig vom verwendeten Anbieter? Und wie können unerwünschte Änderungen rückgängig gemacht werden?

Für mich ist KI deshalb weder der magische Website-Knopf noch grundsätzlich ungeeignet für professionelles Webdesign. Sie ist ein Werkzeug, das einzelne Arbeitsschritte beschleunigen und neue Möglichkeiten eröffnen kann. Je direkter sie allerdings in eine Website eingreift, desto wichtiger werden fachliche Kontrolle, begrenzte Zugriffsrechte, eine Testumgebung und funktionierende Sicherungen.

FAQs zu Website mit KI erstellen

Kann eine KI eine komplette Website erstellen?

L
K

KI kann eine komplette Website erstellen, aber definitiv nicht in wenigen Minuten. Mit eingerechnet werden muss das Setting der KI-Tools, Briefing der KI und anschließende Review-Runden.

Kann ich eine KI-Website später selbst bearbeiten?

L
K

Ja, wobei es unterschiedlich komfortabel sein kann, je nachdem was du für Tools du nutzt. 

Kann eine mit KI erstellte Website den Anbieter wechseln?

L
K

Ja, grundsätzlich schon, sofern sie nicht an ein Baukastensystem eines Anbieters gebunden ist. Das ist aber nicht unbedingt ein Thema der KI, sondern des Anbieters. 

Kann KI direkt Änderungen in WordPress durchführen?

L
K

Sofern der KI Rechte dafür gewährt wurden, ja. Daher solltest du sehr vorsichtig sein, was die KI auf deiner Website tun darf und wie viel Kontrolle du selbst übernimmst. 

Ersetzt KI eine Webdesignerin oder einen Webdesigner?

L
K

Nein, weil bei einem professionellen Website-Aufbau weitaus mehr Aspekte zum Tragen kommen, als nur das reine Zusammenstellen von Website-Blöcken. Webdesigner haben unter anderem die Aufgabe, den Gesamtkontext und das Umfeld der Website zu sehen, Individualität hervor zu stellen, auf die Unternehmenstonalität zu achten und den gesamten Erstellungsprozess zu begleiten.

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Persönlich, ehrlich, kostenfrei.

Hallo, ich bin Elke

und ich arbeite seit über 25 Jahren als Webdesignerin, Webentwicklerin und SEO-Strategin.

Spezialisiert habe ich mich auf kleine und mittlere Unternehmen in vielerlei Branchen: Arztpraxen, Beratungen, Reisen, Sport und viele mehr. Dabei liegt es mir sehr am Herzen nicht einfach nur schöne Websites zu entwickeln oder zu relaunchen.

Mein Fokus als zertifizierte SEO-Managerin liegt insbesondere darauf zu zeigen, wie mit den Sites gezielt und strategisch für die Unternehmensziele gearbeitet werden kann.

Du willst noch mehr wissen? Dann schaue gerne auf meine Über mich-Seite.

Elke Petersen-Rusch - CEO webwirbel.de GmbH

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